Dem ostdeutschen Dorf Golzow, berühmt für Winfried Junges Langzeitdokumentarfilmprojekt „Die Kinder von Golzow“, gehen die Kinder aus. Um sein Dorf vor dem Verschwinden zu retten, hat BürgermeisterFrank Schütz eine Idee: Syrische Flüchtlingsfamilien sollen nach Golzow ziehen. „Flüchtlinge sind unsere letzte Chance“, sagt Schütz. Er träumt von Nachwuchs für Feuerwehr, Sportverein und Tanzclub, von syrischen Altenpflegern und Ärzten, von einem arabischen Restaurant und dem Bau einer Moschee in der nächsten größeren Kreisstadt. Doch die meisten Dorfbewohner wissen nicht einmal, wo Syrien liegt – und sind zunächst entsprechend skeptisch. Familie Sayed Ahmad probiert den Neuanfang in Golzow. Halima (30) und ihr Mann Fadi (40) versuchen, sich dem Dorfleben anzupassen. Tochter Kamala (9) ist eine der besten in ihrer Klasse, Sohn Burhan (7) geht in den Fußballverein und der kleine Hamza (3) in den Kindergarten. Die Familie fühlt sich wohl, auch wenn Fadi und Halima spüren, dass die Stimmung im Dorf je nach Nachrichtenlage schwankt. Doch der Unterschied zwischen ihrem Leben in einer syrischen Großstadt und dem in einem überalterten ostdeutschen Dorf könnte größer kaum sein.

Immer wenn Halima an Syrien denkt, wird sie traurig. Vor dem Krieg war ihre Heimatstadt Latakia eine pulsierende Metropole. Fadi und Halima hatten ein gutes Leben und gute Jobs. Jetzt wohnen sie in einem schrumpfenden 800-Seelen-Ort und müssen von Hartz IV leben. Halima sucht einen Weg, beide Kulturen in ihrem neuen Leben unterzubringen. Denn: „In Golzow liegt unsere Zukunft“, ist sie sich sicher. Der Krieg hat ihre Perspektiven in Syrien zerstört. Kann dieser Neustart in einer völlig neuen Kultur gut gehen? „Die neuen Kinder von Golzow“ erzählt die Geschichte des Golzower Integrationsexperiments und zeichnet gleichzeitig ein sensibles Portrait der Familie Sayed Ahmad.

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